Weiterleitung in Sekunden
747X400Rallye_GB

Wales Rallye GB: Citroën hat erneut den Sieg im Visier

Beflügelt von dem Doppelsieg bei der Rallye Türkei reist das Citroën Total World Rally Team zum zwölften Lauf der FIA-Rallye-Weltmeisterschaft nach Großbritannien (3.–6. Oktober). Sébastien Ogier/Julien Ingrassia und Esapekka Lappi/Janne Ferm, die auf den Schotterstrecken der Wales Rallye GB im Vorjahr den ersten und dritten Platz belegt hatten, wollen erneut zu den Spitzenteams zählen und in der WM-Tabelle weiter aufholen.

Sébastien Ogier und Julien Ingrassia haben eine besondere Beziehung zum WM-Lauf in Großbritannien, denn mit ihrem fünften Sieg im Jahr 2018 (nach 2013, 2014, 2015 und 2016) übertrafen sie den von Hannu Mikkola und Petter Solberg aufgestellten Rekord von jeweils vier Siegen.

Nachdem sie sich im Jahr 2008 mit dem C2 Super 1600 den Titel in der Junior-Weltmeisterschaft gesichert hatten, durften sie auf der Britischen Insel zum Saisonende ihr Debüt im World Rally Car feiern, fuhren auf der Auftakt-Wertungsprüfung eine Bestzeit und führten die Rallye bis zur fünften Prüfung an.

Am kommenden Wochenende in Wales wollen Ogier und Ingrassia nun an ihren Erfolg mit dem Citroën C3 WRC bei der Rallye Türkei anknüpfen. Ihre zweite Startposition auf der ersten Etappe dürfte ausnahmsweise keinen Nachteil bedeuten, denn auf den rutschigen Strecken im herbstlichen Wales lässt das Gripniveau im späteren Verlauf normalerweise nach. Die sechsmaligen Weltmeister sind fest entschlossen, ihre gute Startposition zu nutzen, um den Rückstand auf die Spitzenreiter in der WM-Tabelle zu verkleinern.

„Unser Ziel wird sein, den Schwung von der Rallye Türkei aufrechtzuerhalten und Ott (Tänak) so stark wie möglich unter Druck zu setzen“, sagt Sébastien Ogier. „Ich habe mich bei dieser Rallye immer gut geschlagen und bin fest entschlossen, alles zu geben, um im Kampf um den Sieg ein Wörtchen mitzureden. Dieses Mal ist die frühe Startposition am ersten Tag kein Nachteil für uns. Es geht hier vor allem darum, die Änderungen im Grip zu lesen und sich auf die teils kniffligen Bedingungen einzustellen. Obwohl ich eine Zeit gebraucht habe, um mit dieser Rallye klarzukommen, ist es jetzt ein Event, der mir wirklich Spaß macht.“

Bei dem WM-Lauf, bei dem vieler ihrer Landsleute bereits große Erfolge gefeiert hatten, zeigten auch Esapekka Lappi und Janne Ferm ihre Vorliebe für die schnellen walisischen Waldwege und gewannen im Jahr 2016 die WRC2-Klasse. 2018 waren die beiden Finnen noch besser und beendeten die Rallye mit zwei Bestzeiten auf dem dritten Gesamtrang. Sie gehen daher in diesem Jahr mit Hoffnungen auf ein starkes Gesamtergebnis an den Start. Zudem haben sie inzwischen auf Schotter großes Vertrauen in den C3 WRC, was sie mit starken Leistungen in Finnland und der Türkei untermauerten. Bei Regen dürfte die achte Startposition für Lappi/Ferm nicht optimal sein, dennoch sind die beiden Finnen fest entschlossen, ihre gute Form fortzusetzen.

„Dies ist eine einzigartige Rallye“, so Esapekka Lappi. „Man fährt in der Dunkelheit, bei Nebel, Regen und im Wind – es ist eine echte Herausforderung. Man braucht auch eine Menge Mut, denn die Prüfungen sind schnell und flüssig. Das Wichtigste ist, ein Auto zu haben, das nicht allzu empfindlich auf die vielen Änderungen im Grip reagiert. Obwohl die Strecken trocken waren, hatten wir einen guten Test. Angesichts unserer Startposition wäre Regen bei der Rallye eindeutig ein Nachteil. Jedoch hatte ich in der Türkei trotzdem ein gutes Gefühl mit meinem C3 WRC, als auf der langen Etappe am Freitag plötzlich Regen einsetzte.“

„Mit Sébastien Ogier auf der zweiten und Esapekka Lappi auf der achten Startposition ist unser Risiko je nach Wetterlage gut verteilt“, erläutert Pierre Budar, Teamchef Citroën Racing. „Das Ziel ist natürlich, dass beide so viel wie möglich aus ihren Startpositionen herauszuholen, damit wir in der WM-Tabelle vorrücken. In Wales, wo Erfahrung den entscheidenden Unterschied machen kann, ist Sébastien schon mehrere Male angetreten. Esapekka hat bereits bei seinem dritten Start gezeigt, dass er hier das Potenzial besitzt, auf das Podium zu fahren. Deshalb glaube ich, dass wir gute Chancen auf ein starkes Resultat haben, vor allem, weil wir erneut bei Tests am Citroën C3 WRC gearbeitet haben.“

Hinter dem Citroën Total World Rally Team liegt ein dreitägiger Test in Wales, bei dem die Abstimmung auf die lokalen Gegebenheiten angepasst wurde. Der traditionelle Shakedown am Donnerstag gibt der Mannschaft die Gelegenheit, ein Feintuning vorzunehmen.

WM-Stand Fahrerwertung
1. O. Tänak, 210 Punkte
2. S. Ogier, 193
3. T. Neuville, 180
4. A. Mikkelsen, 94
5. K. Meeke, 86
6. J.-M. Latvala, 84
7. T. Suninen, 83
8. E. Lappi, 80
9. E. Evans, 78
10. D. Sordo, 72

WM-Stand Herstellerwertung
1. Hyundai Shell Mobis World Rally Team, 314
2. Toyota Gazoo Racing World Rally Team, 295
3. Citroën Total World Rally Team, 259
4. M-Sport Ford World Rally Team, 184

Top